Die Regionalbahn RE 10 war mal eine wichtige Zugverbindung zwischen Kleve und der Landeshauptstadt von NRW, nämlich Düsseldorf. Mittlerweile gilt die Regionalbahn RE 10 („Niers-Express“) zwischen Kleve und Düsseldorf als eine der unzuverlässigsten Zugverbindungen im Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen. Sie ist ein „Dauer-Debakel“,Kritiker bezeichnen die Situation als eine „Geschichte vollständiger Verantwortungslosigkeit“, da über 20.000 Fahrgäste täglich betroffen sind. Denn ob die Bahn fährt, weiß man nie so genau. Sehr oft fällt sie aus. Was das ganze so unerträglich macht, ist die Tatsache, dass viele Pendler auf die Regionalbahn RE 10 angewiesen sind. Zu diesen Pendlern gehören auch Schüler und Schülerinnen aus dem Kreis Kleve und Studierende der Hochschule Rhein-Waal. Diese erreichen dann ihren Unterricht bzw. Vorlesungen verspätet oder überhaupt nicht.
Der Niers-Express und die soziale Teilhabe
Ferner wirkt sich die Unzuverlässigkeit der RE 10 auf die soziale Teilhabe vieler Bürger im Kreis aus, die durch die Verantwortungslosigkeit von Politik und dem VRR eingeschränkt wird. So ist die Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung in Kleve nicht möglich, wenn man aus Geldern oder Goch mit dem Zug anreisen will. Auch Termine bei Verwaltung oder ganz einfach mal das Einkaufen in einer anderen Stadt sind daher nicht möglich. Insbesondere betrifft dies Menschen, die nicht selbständig fahren dürfen oder können (Menschen ohne Auto, Menschen mit Behinderung, ältere Personen, junge Menschen, …).
Anstieg des Individualverkehrs
Aufgrund der Unzuverlässigkeit und der Ausfälle steigen viele Bürger folglich auf das Auto um. Dies führt zu mehr Umweltbelastung (Lärm, Luftverschmutzung wie Feinstaub, höherer CO2-Ausstoß) sowie einer Stauvermehrung. Betroffen sind natürlich auch Pendler, die bewusst aus Düsseldorf in den Kreis Kleve gezogen sind. Statt mit dem RE 10 zu pendeln und somit das Familienbudget und die Umwelt zu schonen, muss doch ein Wagen nur für die Fahrt zur Arbeitsstelle angeschafft werden, mit allen schon beschriebenen nachteiligen Konsequenzen.
Ferner wird durch den Umstieg auf ein motorisiertes Fahrzeug die Wahrscheinlichkeit des Anstiegs von Verkehrsunfällen steigen. Auch auf diesem Gebiet ist der Kreis Kleve ein unrühmliches Beispiel.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Der Ausfall bzw. der eingeschränkte Betrieb vom RE 10 hat nicht nur Nachteile für die Gesellschaft, sondern auch für die Wirtschaft. So ist mit Produktivitätsverlusten durch Arbeitszeitverlust zu rechnen, was ebenfalls zu Einbußen für die Unternehmen im Kreis Kleve führt. Dies könnte sich dann auch auf die Arbeitnehmer auswirken – z.B. durch Arbeitsplatzverlust und geringere Lohnerhöhungen aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Geringe Löhne führen aber zu geringer Kaufkraft, was sich wiederum auf die Einnahmen von gewerblichen Unternehmen und Einzelhändler im Kreis Kleve auswirkt (und dies wiederum auf Arbeitsplätze und Lohnerhöhungen).
Fazit
Neben den lokalen wirtschaftlichen Auswirkungen kommen zusätzlich wirtschaftliche Verluste des ÖPNV und hohe Finanzierungskosten (bei geringer Nutzung) der Bahnstrecke hinzu. So zeigt eine Studie, dass der ÖPNV in Deutschland jährlich 75 Milliarden zur Wertschöpfung beiträgt. Denn ob die aufgrund des Umstiegs auf das Auto anderweitig orientierten Nutzer des ÖPNV im Kreis Kleve wiedergewonnen werden können, ist doch sehr fraglich. Das Vertrauen in die Regionalbahn respektive den Verantwortlichen der Bahnverbindung (Politik, VRR und private Verkehrsunternehmen) ist erheblich gestört. Die Politik ist für die Daseinsvorsorge verantwortlich, also auch für den öffentlichen Personennahverkehr. Wo ist der energische Einsatz des Kreistags des Kreises Kleve und des Landtagsabgeordneten Dr. Bergmann?
Wichtige Neue Information
Die Verantwortlichen der Rhein-Ruhr-Bahn, des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und der Deutschen Bahn habe ihre Erscheinen für die kommende Sitzung des Ausschusses für Verkehrsinfrastruktur und -mobilität zugesagt. Die Ausschuss-Sitzung findet am 26. Februar 2026 um 17 Uhr als öffentliche Sitzung im Ratssaal in Kleve statt. (Quelle: Rheinische Post vom 19.2.2026 Verantwortliche für Niersexpress-Misere stellen sich Klever Lokalpolitik)

